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11.12.2008

NMR-Sensor erkennt Sprengstoffbestandteil in Sicherheitskontrolle am Flughafen

2000. Erfindungsmeldung verbessert Sicherheitsstandards

10.12.2008 - Die 2000. Erfindungsmeldung, die bei der Patentvermarktungsagentur PROvendis eingegangen ist, wurde jetzt patentiert.Bei der Erfindung handelt es sich um ein Messverfahren, mit dem der Sprengstoffbestandteil Wasserstoffperoxid (H2O2) über einen Magnetresonanz-Sensor (NMR-Sensor) erkannt wird. Erfunden haben das Verfahren Prof. Dr. Bernhard Blümich und seine Mitarbeiter am Lehrstuhl für makromolekulare Chemie der RWTH Aachen. Der NMR-Sensor wurde an die Aachener ACT GmbH auslizenziert. Mit dem neuen Messverfahren ist es jetzt erstmals möglich, Wasserstoffperoxid zu entlarven, das zusammen mit dem Nagellackentferner Aceton zum gefährlichen Sprengstoff Triaceton-Triperoxid (TATP ) gemixt werden kann.

Für die Messung werden die Moleküle der Flüssigkeit in einem Magnetfeld so angeregt, dass die Messvorrichtung die für H2O2 spezifischen
elektromagnetischen Signale erkennen und auswerten kann. Dazu wird das geschlossene Gefäß mit der zu identifizierenden Flüssigkeit einfach auf das Sensorfeld gestellt. Die Ergebniskurve ist umgehend auf einem Display abzulesen. Mögliche Einsatzgebiete der Innovation sind alle Bereiche mit hohen Sicherheitsanforderungen, beispielsweise die Fluggast- und Gepäck-Kontrolle im Flughafen: Mit dem neuen Messgerät kann das Personal im Handumdrehen überprüfen, ob einer der Passagiere die für TATP notwendigen Grundstoffe mit sich führt. Die Erfindung wurde jetzt europaweit zum Patent angemeldet und an die Aachener ACT GmbH auslizenziert. Die Ausgründung aus der RWTH Aachen baut Sensoren für Messgerätehersteller und hält auch die Lizenz an Blümichs NMR-MOUSE sowie weiteren Erfindungen der Arbeitsgruppe. „Der Transfer patentierter Spitzentechnologien bringt neben dem konkreten Nutzen der Technologien in ihrem Einsatzgebiet neue Marktchancen und volkswirtschaftliche Impulse: Oft entstehen neue Firmen mit vielen Arbeitsplätzen.“ Das wird für PROvendis-Geschäftsführer Alfred Schillert am Beispiel NMR-Sensor deutlich. Seit dem operativen Start von PROvendis im April 2002 ist die Anzahl der von den Hochschulen gemeldeten Erfindungen deutlich an: 2003 gingen knapp über 200 Erfindungsmeldungen ein. Im Jahr 2007 waren es fast doppelt so viele. Ebenfalls gestiegen ist die Anzahl der Hochschulerfindungen, die patentiert werden: um fast 70 Prozent. Das zeigt: Mehr Hochschulwissenschaftler haben ein gutes Gespür dafür entwickelt, ob eine Erfindung patentierbar ist. Sie wissen, welche Kriterien hierfür entscheidend sind. Wesentlich dazu beigetragen hat die umfangreiche Information durch PROvendis in Form von Patentseminaren, Informationsbroschüren sowie Beratungsgesprächen rund um das Thema „Erfindungen und Patente“. Aufgrund der größeren Patentmenge können die Innovationsmanager von PROvendis besser Patenportfolios bilden. Portfolios finden besonders großes Interesse bei Industriepartnern, die sich mit dem Schutzumfang mehrerer Patente ein neues Marktsegment sichern wollen. „Die gute Arbeit von PROvendis und den Hochschulen wird durch die Entwicklung der Zahlen bestätigt“, sagt Geschäftsführer Alfred Schillert. „Gemeinsam mit den Hochschulen des Landes wollen wir ihr Innovationspotenzial noch stärker ausschöpfen und Nordrhein-Westfalen als Innovationsland stärken.“ Die Patentvermarktungsgesellschaft betreut fast 20.0000 Wissenschaftler aus den Hochschulen des Landes Nordrhein Westfalen.

Seit Projektstart bearbeitete PROvendis über 2000 Erfindungsmeldungen und leitete über 400 Patent-Erstanmeldungen in die Wege. Die Experten von PROvendis beraten die Forscher und Entwickler und bewerten deren Erfindungen. Sie steuern das Fristen-, Vertrags- und Schutzrechtsmanagement bis zur Vermarktung der neuen Technologien. Außerdem werden zahlreiche Informations- und Qualifizierungsmaßnahmen angeboten.

Weitere Inforamtionen unter: www.provendis.info

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Quelle: PROvendis GmbH